Lastkraftwagen rot auf der Autobahn (Foto: thomaslerchphoto/ fotolia.com)

Weniger Verkehrsunfälle durch Alkoholeinfluss

Bedeutenden Anteil daran haben nach Angaben von DEKRA unter anderem die sogenannten medizinisch-psychologischen Untersuchungen kurz MPU.

Polizeikontrolle mit Alkoholtest (© benjaminnolte – fotolia.com)Nach aktueller Rechtslage müssen Fahrer, die mit mindestens 1,6 Promille Blutalkohol oder wiederholt unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr auffällig geworden sind, in einer MPU nachweisen, dass sie wieder für die Teilnahme am Straßenverkehr geeignet sind. DEKRA verweist hier auf den sogenannten „rückfallprotektiven Charakter“ dieses Verfahrens zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis. Begünstigt wird dieser Effekt auch dadurch, dass im Vorfeld einer MPU von vielen Betroffenen Maßnahmen zur dauerhaften Änderung des Trinkverhaltens in Anspruch genommen werden.

Insgesamt registrierte das Statistische Bundesamtes (Destatis) im Jahr 2015 bei Unfällen mit Personenschaden auf deutschen Straßen 253.504 Fehlverhalten von 378.156 beteiligten Pkw-Fahrern. 1991 waren es noch 378.373 Verhaltensfehler von 510.357 beteiligten Pkw-Fahrern. Dies entspricht einem Rückgang um 33 Prozent. Besonders deutlich abgenommen hat nach Angaben von Destatis dabei das Fahren unter Alkoholeinfluss: um 75 Prozent von 29.800 auf 7.553. Ebenfalls zurückgegangen ist das zu schnelle Fahren: um 63 Prozent von 84.380 auf 31.559. Somit haben sich vor allem Maßnahmen im Kampf gegen Alkohol am Steuer und Geschwindigkeitskontrollen günstig auf die Entwicklung der Verkehrssicherheit ausgewirkt, ziehen DEKRA Verkehrsexperten Bilanz. Während bei den Unfällen mit Personenschaden die nicht angepasste Geschwindigkeit früher das mit Abstand häufigste Einzelfehlverhalten der Pkw-Fahrer war, ist diese Unfallursache heute nur noch auf Platz vier dieser Rangreihe angesiedelt. Zu schnelles Fahren ist allerdings immer noch häufigste Unfalltodesursache.

Auch bei den Zahlen zu den getöteten Verkehrsteilnehmern verzeichnet Destatis einen Rückgang im Zusammenhang mit Alkoholunfällen: Waren im Jahr 1991 noch 2.229 Tote bei Alkoholunfällen zu beklagen, so hat sich diese Zahl bis 2015 auf 256 um 89 Prozent verringert. Auch der Anteil der bei Alkoholunfällen Getöteten an allen Verkehrstoten hat sich im betrachteten Zeitraum von 19,7 auf 7,4 Prozent verringert. Diesen signifikanten Rückgang führt DEKRA neben dem gestiegenen Bewusstsein im Umgang mit Alkohol auch auf die MPU zurück.

Unfälle in Deutschland durch Fehlverhalten

Führerscheinprobleme/MPU

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