Lastkraftwagen rot auf der Autobahn (Foto: thomaslerchphoto/ fotolia.com)

Im Platoon fährt es sich besser

Ab Mai 2018 erproben DB Schenker, MAN und die Hochschule Fresenius das automatisierte Kolonne-Fahren auf dem Digitalen Testfeld entlang der A 9.

Zwei Lkw fahren hintereinander, @ Hochschule FreseniusSchließen sich mehrere Lkw hinter einem Führungsfahrzeug zu einer Kolonne zusammen, die durch eine WLAN-Verbindung synchronisiert ist, spricht man von Platooning. Dabei überträgt der führende Truck sein Fahrverhalten auf die ihm folgenden Fahrzeuge: Der Fahrzeugverbund ist so im Stande, seine Geschwindigkeit abzustimmen sowie Beschleunigungs- und Bremsmanöver zeitgleich durchzuführen. In den jeweils nachfolgenden Fahrzeugen überwachen die Fahrer lediglich den Abstand von nur zehn bis fünfzehn Metern zu den vorausfahrenden Lkw. Auch die Querführung (Lenken) ist automatisiert, wobei der Trucker diese bei Bedarf sofort wieder übernehmen kann.   

Laut der Projektbeteiligten DB Schenker, MAN und der Hochschule Fresenius sei es mithilfe des Konzepts möglich, den Kraftstoffverbrauch durch das Windschattenfahren zu verringern. Weiterhin schone Platooning die Umwelt, da CO2-Emissionen um bis zu zehn Prozent sinken. Die höhere Fahrzeugdichte aufgrund des geringeren Fahrzeugabstands ermögliche zudem, das Aufkommen von Lkw auf Autobahnen weiter zu erhöhen. Nicht zuletzt von Wichtigkeit sei der Sicherheitsaspekt: Der Stress für die Fahrer im Inneren der Kolonne sinke.  

Die Forscher der Hochschule Fresenius interessiert dagegen vor allem, wie das automatisierte Kolonne-Fahren sich auf die Fahrer der Nutzfahrzeuge auswirkt: „Wir wollen wissen, was im Kopf der Platooning-Fahrer passiert“, offenbart Prof. Christian Haas. Im Zentrum stehe die Frage, ob der geringe Abstand zum vorausfahrenden Lkw beim Führer von dem nachfolgenden Truck Stress auslöse. Auch kontrollieren die Forscher der Hochschule, ob die Aufmerksamkeit der Fahrer aufgrund der Automatisierung leide. Dazu überwachen die Wissenschaftler die Blickrichtung als auch die Gehirnaktivität während des Fahrvorgangs.   

Platooning eigne sich laut der Projektbeteiligten vor allem für den Kraftverkehr auf Autobahnen: Im Stadtverkehr und auf Betriebshöfen lenken die Trucker ihren Lkw nach wie vor auf konventionelle Art und Weise. Menschliche Fahrer sind somit auch auf lange Sicht nicht ersetzbar.

Hochschule Fresenius

 

 

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