Lastkraftwagen rot auf der Autobahn (Foto: thomaslerchphoto/ fotolia.com)

Verkehrsexperten sehen EU-Entsenderichtlinie kritisch

Die EU plant eine Richtlinie, die den Mindestlohn im grenzüberschreitenden Verkehr regeln soll. Experten sehen darin eine unverhältnismäßige Einschränkung.

Deutschlandschild am Grenzübergang, © bluedesign - FotoliaLaut dem Vorschlag der EU-Kommission sollen Berufskraftfahrer, die temporär in einem anderen Mitgliedstaat arbeiten, nur für drei Tage pro Monat vom dort üblichen Mindestlohn ausgenommen sein. Handelt es sich um Kabotage, müssten Unternehmen diesen bereits ab dem ersten Tag zahlen. Ziel der Entsenderichtlinie ist es, ein System zu etablieren, bei dem Fahrer für die gleiche Arbeit auch das gleiche Gehalt bekommen. Die Logistikforscher des wirtschaftsliberalen Instituts der Stiftung „Centrum für Europäische Politik“ (CEP) in Freiburg sehen hierdurch jedoch die Dienstleistungsfreiheit und den Preiswettbewerb zu stark beschränkt.

Grund hierfür sei, dass Transportfirmen aus EU-Ländern mit vergleichsweise geringem Lohnniveau deutlich höhere Lohnkosten hätten, wenn sie ihre Fahrer beispielsweise nach Deutschland entsenden. In der Folge steigen die Dienstleistungspreise und der Binnenmarkt büße an Effizienz ein. Gleichzeitig betonen die Wissenschaftler jedoch, dass die geplante Richtlinie die Kontrollbefugnisse der einzelnen Mitgliedstaaten im positiven Sinne abschließend regele, was wiederum bürokratische Hürden abbaue.

cepAnalyse Nr. 11/2018: EU-Richtlinie – Entsendung von Kraftfahrern (PDF, 327 KB)

Zurück