Lastkraftwagen rot auf der Autobahn (Foto: thomaslerchphoto/ fotolia.com)

Zahl der tödlichen Lkw-Unfälle nimmt zu

Einem Bericht des ARD/MDR-Magazins „BRISANT“ zufolge nimmt die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle von Berufskraftfahrern zu.

Auffahrunfall zwischen Lkw und Transporter mit Polizist vor Ort, © benjaminnolte - FotoliaDer Straßengüterverkehr wächst – und damit auch die Häufigkeit von Verkehrsunglücken, bei denen Lastkraftwagenfahrer zu Tode kommen. So sind dem Bericht zufolge unter anderem auf der A3 bei Bad Honnef vier Lkw in einen Auffahrunfall verwickelt gewesen, da einer der Fernfahrer in letzter Sekunde von der Überholspur in eine Ausfahrt abgebogen ist und dabei das Fahrzeug hinter sich geschnitten hat. Die nachfolgende Notbremsung hat dann zu einer Massenkarambolage geführt, bei der einer der Lkw-Fahrer gestorben ist. Ein anderes Unglück hat sich auf der A9 in Brandenburg ereignet, als ein Bierlaster einen Schilderwagen auf der Standspur gerammt hat und in sechs Baustellfahrzeuge gekracht ist. Zwei der Baustellenarbeiter haben sich dabei verletzt.

Beide Vorfälle haben sich binnen von nur 24 Stunden ereignet und machen auf eine aktuelle Entwicklung aufmerksam: Die Zahl der getöteten Lastkraftwagenfahrer ist 2017 um fast ein Viertel gestiegen. Ein Grund dafür ist laut „BRISANT“, dass inzwischen beinahe drei Viertel aller Transporte auf der Straße erfolgen würden. Die vorhandene Infrastruktur sei jedoch nicht für diese enorme Transportleistung ausgelegt. In der Konsequenz würden beispielsweise Parkplätze fehlen, wodurch Fahrer ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepausen nicht einhalten könnten. Hinzu kämen Stress und Termindruck, was nicht selten dazu führe, dass überlastete Berufskraftfahrer Verkehrsregeln ignorieren und die in den Fahrzeugen verbauten Fahrerassistenzsysteme abschalten würden, um Zeit zu gewinnen.

Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sieht die Lösung in einer Verlagerung auf den Schienengüterverkehr. Laut VDV müsste die Deutsche Bahn jedoch dafür das bestehende Schienennetz weiter ausbauen. Auch würden die höheren Kosten, die beim Transport mit Güterzügen anfallen, viele Unternehmen abschrecken. Daher arbeitet der Verband eng mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zusammen, um die Grundbedingungen für den Gütertransport via Schiene zu verbessern. Auf diesem Weg wollen die Beteiligten das Unfallrisiko senken und die Sicherheit im Straßenverkehr langfristig verbessern.

BRISANT: Immer mehr Lkw-Unfälle mit tödlichem Ausgang!

Zurück