Lastkraftwagen rot auf der Autobahn (Foto: thomaslerchphoto/ fotolia.com)

Österreich: Keine Pflicht für Abbiegeassistenten

Das österreichische Infrastrukturministerium will Abbiegeassistenten für Lkw nicht verpflichtend einführen, da es noch keine einheitlichen Vorgaben der EU gibt.

Fahrradfahrer neben Lkw (© Kara - Fotolia)Beim Rechtsabbiegen können Lastkraftwagenfahrer häufig nicht sehen, ob sich direkt neben ihnen ein Fahrradfahrer oder Fußgänger aufhält, wodurch es immer wieder zu schweren Unfällen kommt. Grund dafür ist der sogenannte tote Winkel, den die Fahrer trotz der Außenspiegel nicht einsehen können. Das speziell für diese Situation konzipierte Fahrassistenzsystem warnt die Person am Steuer daher mit einem akustischen und optischen Signal vor Verkehrsteilnehmern, die sich auf niedriger Höhe neben dem Lastkraftwagen aufhalten. Möglich machen das Sensoren und Kameras, die das direkte Umfeld des Fahrzeugs überwachen. Geht es jedoch nach Verkehrsminister Norbert Hofer, dürfen Nutzfahrzeuge noch bis 2024 ohne Zusatzausrüstung fahren. Wie der Österreichische Rundfunk berichtet, begründet Hofer die Entscheidung damit, dass es bislang noch keine verbindlichen EU-Kriterien für nachrüstbare Systeme gibt.

Dem Minister zufolge sollen zunächst andere Maßnahmen die Sicherheit bei Abbiegevorgängen erhöhen. So ist unter anderem geplant, Assistenzspiegel an Kreuzungen anzubringen und mehr Weiterbildungen für Berufskraftfahrer anzubieten. Darüber hinaus ist angedacht, Fußgängerübergänge zu verlegen und Rechtsabbiegeverbote an bestimmten Stellen einzuführen. Allerdings soll es für Fahrzeughalter, die ihre Lkw auf freiwilliger Basis nachrüsten wollen, in naher Zukunft ein 500.000 Euro umfassendes Förderprogramm geben.

Auch in Deutschland diskutieren Verkehrsverbände, Regierung und Hersteller seit längerem darüber, Abbiegeassistenzsysteme für Lastkraftwagen gesetzlich vorzuschreiben. Zudem hat das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) ein neues Förderprogramm ins Leben gerufen, um Transportfirmen zu unterstützen, die ihre Fahrzeuge nachrüsten wollen. Der im Januar 2019 eingerichtete Fördertopf in Höhe von fünf Millionen Euro ist allerdings nach nur wenigen Tagen erschöpft gewesen und soll daher in Kürze eine Aufstockung erfahren.  

Originalmeldung des Österreichischen Rundfunk (ORF)

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