Lastkraftwagen rot auf der Autobahn (Foto: thomaslerchphoto/ fotolia.com)

EU will Arbeitsbedingungen von Lkw-Fahrern verbessern

Das EU-Parlament hat ein Mobilitätspaket verabschiedet, das unter anderem eine Heimkehrpflicht und eine Drei-Tage-Frist für Kabotagefahrten vorsieht.

Lkw-Fahrer in Truck (© auremar - Fotolia)So sind Logistikbetriebe in Zukunft dazu verpflichtet, die Routenpläne so zu gestalten, dass ihre Fahrer mindestens alle vier Wochen nach Hause zurückkehren können. Auch sollen sie ihre vorgeschriebene Ruhezeit am Wochenende außerhalb ihres Lastwagens verbringen. Mit den beschlossenen Regelungen will die EU nicht nur die Arbeitsumstände von Berufskraftfahrern verbessern, sondern auch den Wettbewerb im europäischen Logistiksektor fairer gestalten.

Demnach hat die Mehrheit der Abgeordneten dafür gestimmt, die Vorschriften für Kabotagefahrten zu erneuern. Davon betroffen sind alle Transporte, die ein Logistikunternehmen in einem Land durchführt, in dem es weder Firmensitz noch eine eigene Niederlassung hat. Geht es nach den Parlamentsmitgliedern, dürfen Speditionen nur noch drei Tage hintereinander eine unbeschränkte Anzahl an Fahrten durchführen. Zuvor ist der Zeitraum auf eine Woche beschränkt gewesen. Darüber hinaus müssen Lkw-Fahrer sich für mindestens 60 Stunden an ihrem Betriebsstandort aufhalten.

Um zu überprüfen, ob Unternehmen die neuen Vorschriften einhalten, sollen digitale Lösungen zum Einsatz kommen: Hierzu zählt unter anderem der smarte Tachograph, der ab 2022 verpflichtend in jedem Lkw verbaut sein muss. Zudem will die Europäische Union verstärkt Transportbetriebe kontrollieren, die in der Vergangenheit öfter negativ aufgefallen sind. Betriebe mit Vorbildfunktion überprüfen die Behörden zukünftig hingegen seltener.

Auf den Beschluss des EU-Parlaments folgt nun der nächste Verhandlungsschritt, an dem auch der EU-Rat und die EU-Kommission beteiligt sind. Mit einer endgültigen Einigung ist allerdings nicht vor der Europawahl im Mai 2019 zu rechnen.

Pressemitteilung EU-Parlament

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