Lastkraftwagen rot auf der Autobahn (Foto: thomaslerchphoto/ fotolia.com)

Einsatz digitaler Frachtdokumente im Test

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) beteiligt sich an einem Projekt zur Digitalisierung von Frachtdokumenten.

Lkw-Fahrer mit Tablet (© sylv1rob1 - Fotolia)Das von der EU geförderte Vorhaben „AEOLIX“ setzt sich aus zwölf Pilotversuchen zusammen. Mit ihnen wollen die Verantwortlichen unter realen Bedingungen testen, wie sich elektronische Frachttransportpapiere im internationalen Straßengüterverkehr optimal einsetzen lassen. Dabei hat jeder der Versuche einen eigenen Schwerpunkt – angefangen von Logistikmanagement, über intelligente Hubs und multimodalen Informationsaustausch bis hin zum E-Zoll-Transit. Aufgabe des BGL ist es dabei, rund 200 Frachtoperationen von beteiligten Logistikunternehmen im zentralen und mitteleuropäischen Raum zu überwachen.

Im Zentrum der verschiedenen Feldtests steht eine cloudbasierte AEOLIX-Plattform (Architecture for EurOpean Logistics Information eXchange), die die Projektpartner gemeinsam entwickeln. Sie verbindet verschiedene IT-Systeme miteinander und erlaubt so einen Informationsaustausch in Echtzeit. Nach Fertigstellung soll sie Speditionen bei ihren Entscheidungen unterstützen und die Kommunikation mit Behörden vereinfachen.

Hintergrund ist der technologische Wandel, der die Logistikbranche bereits grundlegend verändert hat. Beispielsweise steuern und verwalten Transportfirmen ihre Flotte mittels modernster Software. Damit verringern sie den Verwaltungsaufwand und senken gleichzeitig die Kosten. Und auch die Europäische Kommission setzt sich für eine komplett papierfreie Dokumentation im Straßengüterverkehr ein. Ein Zusatzartikel zum CMR (Völkerrechtliches Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr) erlaubt bereits jetzt, dass Unternehmen einen elektronischen Frachtbrief (eCMR) einsetzen. Im Gegensatz zu beispielsweise Finnland, Spanien oder Frankreich haben die deutschen Fachministerien den Artikel allerdings noch nicht ratifiziert.

Die Testphase des auf drei Jahre ausgelegten Vorhabens endet am 16. Juni 2019. Danach wollen die Beteiligten bis August prüfen, wie hoch der Mehrwert ist, den die AEOLIX-Plattform und die damit verknüpften Servicedienstleistungen für die Transportbranche haben. Darauf aufbauend entscheiden sie dann, ob eine Umsetzung als kommerzielles oder staatliches Produkt in Frage kommt.

Living Lab 12: e-CMR

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